Europas alternde Gesellschaft lässt die Kapitalrendite sinken

logo 13.02.2006

Der Finanzexperte Karl-Heinz Goedeckemeyer warnt vor einem Abfluss des Kapitals aus Europa in Länder mit vorwiegend junger Bevölkerung.

Wiesbaden, 13. Februar 2006. "Das Kapital wird zukünftig verstärkt in jene Länder fließen, die höhere Renditen versprechen. In alternden Regionen wie Europa werden die Renditen entsprechend weiter zurückgehen." Zu dieser Erkenntnis kommt der Frankfurter Finanzanalyst Karl-Heinz Goedeckemeyer. In der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift FINANZ BUSINESS rät der Finanzexperte Investoren, auf diese Entwicklung zu reagieren, indem sie ihre Portfolios nicht nur globaler ausrichten, sondern besser als bisher mit alternativen Investments abrunden. "Ansonsten wird eine auskömmliche Kapitalrendite nachhaltig nur schwerlich zu erreichen sein", so Karl-Heinz Goedeckemeyer.

"Die demografische Entwicklung unserer Bevölkerung hat nicht nur massive Auswirkungen auf unser Rentensystem, sondern stellt auch einen Zusammenhang zu sinkenden Renditen am Kapitalmarkt dar", warnt der Finanzexperte vor einer Folgeerscheinung der Überalterung unserer Gesellschaft, die bislang von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen wird. Karl-Heinz Goedeckemeyer befürchtet, dass es gute Renditen künftig nur noch in Gesellschaften mit vorwiegend junger Bevölkerung geben werde und damit nicht in Europa.

Wie sich eine alternde Gesellschaft auf das allgemeine Zinsniveau auswirkt, zeige sich am Lebenszyklusverhalten des Menschen: Junge Erwachsene verschulden sich, mit zunehmendem Alter sparen sie und nach dem Austritt aus dem Berufsleben verbrauchen sie die Ersparnisse wieder. "Vor dem Hintergrund der Belastungen, die auf die Sozialversicherungssysteme zukommen werden, wird der einzelne Bürger nicht nur seine Ersparnis-, sondern auch seine Kapitalbindung erhöhen müssen", so die Prophezeiung des Finanzexperten. Längerfristig könnten sich in Deutschland neben der demografischen Belastung der öffentlichen Haushalte auch Risiken durch Preissteigerungen und Preisauftriebe bei den Rohstoffen ergeben. Zumindest bis 2010 müsse wegen dieser Faktoren mit einem weiteren geringen Rückgang der realen Renditen gerechnet werden. Nicht auszumachen ist es laut Karl-Heinz Goedeckemeyer aus heutiger Sicht, wie tief zum Beispiel die Renditen von Bundesanleihen, die derzeit bei knapp vier Prozent liegen, noch sinken werden.

Nachzulesen ist der Artikel von Karl-Heinz Goedeckemeyer ab 6. März 2006 in FINANZ BUSINESS Ausgabe 2/06.

FINANZ BUSINESS - Das Magazin für professionelle Finanzberater ist ein Produkt des Gabler Verlags - einer Marke der GWV Fachverlage in Wiesbaden. Das Magazin erscheint sechsmal im Jahr. Das Jahresabonnement kostet EUR 72,-. Die Kosten für eine Anzeige 1/1 Seite 4c betragen EUR 5.056,-.

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